Leben

Neugier

Manchmal scheitere ich bei Starbucks und Co, wenn ich nur einen ganz normalen Kaffee trinken möchte. Ich trinke sehr gerne Kaffee, gerne auch Tee. Im Winter sogar lieber einen Tee, besonders nach längeren Spaziergängen. Ich mag es, wenn die Tasse die Hände wärmt, atme gerne den Dampf ein, liebe den Duft nach Kräutern, Zimt und anderen Aromen. Dann bin ich sogar gewillt, mich mit dem Winter zu versöhnen.

 

Ich gehe mit offenen Augen durch die Welt. Es gibt so vieles, wofür es sich lohnt, einen Moment innezuhalten. Zuzusehen, wie die Blätter eines Baumes sich dem Wind entgegenstemmen, zu hören, wie sie raschelnd ein Lied singen.

 

Ich liebe das Meer, sehe gerne die Wellen den Strand heraufrollen, sehe zu wie sie im Sand und Kies versinken und zurückgluckern. Ein stetes kommen und gehen. Bewegung. Leben. Oft blicke ich angestrengt hinaus. Was verbirgt sich dort hinter dem Horizont. Welche Schiffe schaukeln in den Wellen, wohin fahren sie. Dann schaue ich auf den Boden und staune, was die Wellen im steten Fluss an Land schwemmen. Muscheln, Seetang, kleine Krabben.

 

Mich reizen alte, leerstehende Häuser mit windschiefen Fensterläden und abgeblätterter Farbe. Wer hat den Mauern früher Leben eingehaucht, wer hat dort Familienfeste gefeiert? Die Kinder, die dereinst im Garten herumtollten, wohin mag es sie verschlagen haben? Was hat ihnen ihr Lebensdrehbuch beschert?  Hatten sie ein erfülltes Leben?

 

Als Kind wollte ich immer Klavier spielen, hätte ich gerne eine Gitarre gehabt. Aber dazu fehlte das Geld. Später hatte ich das Geld, aber keine Zeit. Die Ausrede, keine Zeit zu haben, habe ich für mich abgeschafft. Wenn ich etwas möchte, wirklich möchte, dann findet sich die Zeit.

 

Manchmal müssen wir verzichten, auswählen. Auf das Lesen würde ich nie verzichten. Beim Lesen versinke ich in einer fremden Welt, lerne Menschen kennen, fiebere mit ihnen mit. Mit dem Schreiben ist es ähnlich. Wenn sie anklopft, die Fantasie, da kann ich einfach nicht nein sagen. Ich bitte sie herein und schon sitze ich wieder am Schreibtisch, umgeben von den Schatten meiner Fantasie. Es ist harte Arbeit, Menschen lebendig werden lassen, die es nie gegeben hat. Die Abenteuer bestehen und sich gegen fiese Zeitgenossen oder widrige Umstände behaupten müssen. Es ist harte Arbeit, aber sie erfrischt mich auf eine eigentümliche Weise.