Sehnsucht

 

An manchen Tagen sehne ich mich nach einem Ort, wo ich ganz für mich sein kann. Wo niemand etwas von mir erwartet. Einen Ort, wo ich nur mir selbst verantwortlich bin. Wo ich schreiben, lesen, beobachten und staunen kann, ganz wie es mir beliebt. Egal was ich tue, egal für was ich mich entschieden habe, am Abend gehe ich dann mit dem Gefühl zu Bett, ich habe diesen Tag bewusst erlebt.

 

Wer will sich nicht mal ausklinken aus den Mühlen des täglichen Müssens? Nicht anderen gefällig sein, auch mal selbstgefällig sein dürfen. Ohne gleich ein schlechtes Gewissen zu bekommen. Wer sehnt sich nicht nach Tagen ohne PC, den sozialen Netzwerken, Tagen ohne Nachrichten? 

 

Wie Robinson einsam eine Insel durchstreifen. Zurückgezogen in einem Kloster leben. Alles nur für eine gewisse Zeit. Ich bin ein Kind unserer Zeit. Ich genieße die Vorteile, die ein www bringt. Ich genieße es, Eindrücke von fernen Ländern erhalten zu können, ohne diese bereisen zu müssen. Ich bin froh, ein regelmäßiges Einkommen und damit ein Auskommen zu haben. Ich habe gerne Freunde um mich, tausche gerne Gedanken mit ihnen aus. Doch irgendwie ist da dieser Wunsch, einmal das Laufrad für eine Zeit verlassen zu können, mich ganz auf mich zu beschränken. Eine Auszeit nehmen, um aus dieser gestärkt herauszukommen.