Recherche ist verdammt wichtig, und doch nur der Anfang

Ohne eine gründliche Recherche geht es nicht, ganz egal ob sie einen  historischen Roman oder einen Krimi schreiben wollen.

 

Mögen ein Großteil der Figuren fiktional sein, wir müssen sie verorten. Die Welt, in der wir sie aussetzen, muss stimmig sein. Wie Archäologen graben wir sie Stück für Stück frei.

 

Ich besuche nach Möglichkeit die Handlungsorte meiner Romane.  Ich plündere meine Bücherkasse, verbringe etliche Stunden in Büchereien und Museen. Und ich suche den Kontakt zu Menschen, die Fachleute in ihren Gebieten sind. Je fundierter eine Recherche erfolgt, umso glaubhafter, umso authentischer ist die Welt, die ich erschaffe.

 

Klar bin auch ich im 21. Jahrhundert Zuhause, nutze das Internet, schreibe mails, telefoniere. Wikipädia ist ein Wegweiser zu vielen Quellen.

 

In meinem Regal stapeln sich Stadtpläne vegangener Zeiten. Nachdrucke der Originale. Reiseführer von Baedeker, Stadtführer für den wohlmeinenden Reisenden usw. Wenn es die Zeitmaschine gebe, ich könnte so manche Reise wagen.

 

Die Geschichte, die uns in der Schule beigebracht wird, vermittelt den Eindruck, das früher alles durch Kriege geregelt wurde. Wir kennen den Namen wichtiger Schlachten, kennen die Könige und ihre Generäle und Admiräle. Aber wie es unserern Vorfahren erging, erfahren wir nur am Rande. Ich will die Steine umdrehen und auch deren Geschichte bekannter machen.

 

Da ist erst mal eine Anfangsidee. Eine zarte Pflanze, die scheu erste Knospen entwickelt. Nach und nach erwächst daraus eine Handlung. Bereits in diesem Stadium tauchen erste Fragen auf. Die Recherche beginnt.

 

Eine Zeitlang laufen Recherche und Handlungsaufbau nebeneinander. Während dem ich überlege, wo ich noch mehr Spannung einbauen könnte, stoße ich dann auf ein Ereignis, das unbedingt mit ins Buch muss. Und da könnte...nein, da muss dann das und jenes geschehen. Das sind die Freuden des Autors.

 

Irgendwann ist jedoch die Zeit gekommen, wo die Recherche zum erliegen kommt, nein kommen muss. Die Geschichte will ja erzählt werden. Und zwar so, dass sie die Leser mitnimmt auf die Zeitreise, ohne dabei wie ein Geschichtsbuch zu wirken. Hier greift die alte Weisheit: "Gut geplant, ist viel gewonnen, zuviel geplant, ist nie begonnen."