Anfangen ist nicht schwer

Für den Anfang reichen Papier und ein Stift. Dabei ist es vollkommen egal, wie das Papier beschaffen ist, welchen Stift Sie nehmen. Das ist einer der vielen Fluchtfallen, in die Schreibende immer wieder geraten. Das Warten auf den richtigen Moment, die richtige Stimmung, die Suche nach Stift und Papier. Oder Aktionismus. Eben mal kurz noch den Müll vor die Tür stellen.  Da treffen Sie dann auf den netten Nachbarn, der Ihnen unbedingt das Neueste erzählen muss. Oden den Abwasch machen. Klar freuts meine Frau, aber dem Schreiben schadet es.


Eine winzig kleine Vorraussetzung sollten Sie noch mitbringen. Fantasie! Wenn  Sie sich jetzt fragen, ob Ihre Fantasie ausreicht, hilft Ihnen vielleicht folgendes Beispiel.

 

Nehmen wir an, Sie stehen an der Kasse in der Schlange. Die Kassiererin, eine junge, nicht unattraktive Frau, begrüßt jeden Kunden höflich und lächelt dabei. Sie freuen sich schon darauf, wenn Sie von Ihr ein Lächeln bekommen. 

Sie sind an der Reihe. Die Kassiererin hebt ihren Kopf und ihre Blicke treffen sich. Hat sie Ihnen gerade zugezwinkert? Doch, ganz deutlich! Aber nein, jetzt blinzelt sie schon wieder - und noch einmal. Ganz klar, es sind nervöse Zuckungen. Aber was, wenn ein anderer Mann diese nicht als solche erkennt? Wenn er allen ernstes annimmt, sie flirte mit ihm? Malen Sie sich aus, was da alles an Verstrickungen entstehen könnte. Vielleicht ist der Mann nicht alleine. Oder der Freund der Kassiererin arbeitet an der Wursttheke und schaut schon ganz grimmig. Weibliche Leser dürfen sich hier gerne einen Mann als Kassierer vorstellen.


Fantasie haben heißt nichts anderes, als Fragen zu stellen und Antworten zu suchen. Was könnte passieren? Warum? Wann? Wer? Wo? Wie?